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Eine
Rotwangenschmuckschildkröte erzählt aus ihrem Leben.
Hallo,
ich bin eine Wasserschildkröte. Von uns
gibt es viele verschiedene Arten.
Ich weiß nicht, wie alt ich mittlerweile
bin. Deshalb möchte ich euch meine Geschichte erzählen: Viele von meinen Artgenossen leben in freier Natur in Amerika und genau dort bin auch ich geboren. Aber ich kenne die Freiheit nicht. Ich kam auf einer Schildkrötenfarm zur Welt, wo mein Ei, wie viele Tausend andere Eier auch, in einem Brutapparat ausgebrütet wurden.
Nachdem ich aus meiner Eierschale
geschlüpft war, kamen Menschen und steckten mich zusammen mit vielen
anderen Schildkrötenbabys in Kisten. Darin war es so kalt, dass wir in
eine Art Schlaf gefallen sind. Wir hatten weder Durst noch Hunger und
unsere Herzen schlugen nur noch ganz langsam. Eines Tages kamen Menschen in die Zoohandlung, sahen uns und haben sich wohl sofort in uns verliebt. Keine Kunst, denn wir waren wirklich niedlich klein und hatten einen hübschen grünen Panzer.
Irgendwann wurde auch ich verkauft und kam in ein neues Heim. Man setzte
mich in eine kleine Wanne mit Wasser, einer Plastikpalme und stellte mich
ans Fenster. Das fanden die Menschen schön und ausreichend für mich.
Da ich älter wurde, hat sich auch meine
Panzerfarbe verändert und aus dem Grün wurde bald ein Braun. Das fanden
die Menschen nicht mehr hübsch. Ich war in ihren Augen auch nicht mehr
„süß und klein“. So kam es dann, dass sie mich eines Tages im Winter in einen Eimer gesteckt haben und mich fortbrachten. Sie überließen mich meinem Schicksal und setzten mich einfach im nächsten Weiher aus. Sie waren der Meinung, dass ich schon klar kommen würde, schließlich wäre ich ja ein Wildtier. Dumme Menschen!
Es war Winter, es war kalt draußen und
ich fand keine Nahrung. Eigentlich halte ich um diese Jahreszeit
Winterruhe, die für meine Gesundheit sehr wichtig ist.
Auf der Suche nach Nahrung lief ich los.
Meine Füße wurden ganz wund und mein Bauchpanzer bekam viele Verletzungen,
weil ich auch über Straßen gelaufen bin, die für mich sehr hart sind.
Eines Tages hatte ich Glück und bin einem
Schildkrötenfreund begegnet. Als er mich sah hat er die Hände über dem
Kopf zusammengeschlagen und war ganz traurig. Er brachte mich zum
Reptilientierarzt. Da sich nur wenige Tierärzte mit Reptilien auskennen,
musste mein Retter sehr weit fahren um mich fachkundig behandeln zu
lassen. Aber er hat es gerne getan.
Heute wohne ich in einem schönen
Gartenteich. Zu meinem Schutz haben meine Menschen einen Zaun gebaut.
Ich bin mit meinem Schicksal nicht
alleine.
Es wäre schön, wenn die Menschen
nachdenken würden, bevor sie uns in ihr Haus holen. So bliebe vielen von
uns ein Schicksal erspart, das wir nicht verdient haben.
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